„Nur Aktien rechnen sich langfristig als Geldanlage“. Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig in den Köpfen vieler Anlageberater und Anleger. Dabei gibt es durchaus Alternativen, die Aktieninvestments den Rang ablaufen könnten: Immobilien.

Aus einem jüngst veröffentlichten Working Paper der „Federal Reserve Bank of San Francisco“ geht hervor, dass die Langfristperformance von Aktien durchaus nicht unschlagbar ist. Das Paper basiert auf einer Studie von fünf Autoren, darunter Katharina Knoll von der Deutschen Bundesbank. Die Ökonomen haben untersucht, welche Anlageklassen sich aus Risiko- und Renditegesichtspunkten für Anleger am meisten lohnen. Das Ergebnis ist überraschend.

Rendite gleich, Risiko geringer

Anleger möchten ihr Geld mit möglichst hoher Rendite aber geringem Risiko anlegen. Lässt man das Risiko außen vor, sind Aktien und Immobilien langfristig gesehen die vielversprechendsten Möglichkeiten, das eigene Vermögen zu vermehren. Die Realrendite eines Aktienportfolios beläuft sich durchschnittlich auf mehr als 8 Prozent. Auf nur marginal weniger Rendite kommen Immobilienanleger.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Die Volatilität. Aktienbesitzer durchleben verschiedene Phasen, in denen ihre Papiere teils sehr stark schwanken können. Selbst ein gut diversifiziertes Depot weist eine starke Volatilität auf – abhängig auch von wirtschaftlichen und geopolitischen Gegebenheiten. Wohnimmobilien hingegen schwanken in ihrem Wert deutlich weniger stark als Aktien, wie die Ökonomen in ihrer Studie feststellen konnten.

Immobilieninvestments sind also in der Lage, das Dilemma vieler Anleger, die sich zwischen Rendite und Risiko entscheiden müssen, zu lösen. Einer der Autoren der Studie, Moritz Schularick, der als Ökonomieprofessor an der Universität Bonn tätig ist, zeigt sich überzeugt: Wohnimmobilien sind eine sehr lukrative Geldanlage und relativ sicher. Tatsächlich hält Schularick Wohnimmobilien für „die beste Investition, die man in den vergangenen 140 Jahren unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten machen konnte“.

Warum Immobilien bei starker Preisentwicklung als verhältnismäßig sichere Anlageklasse fungieren, begründet der Experte mit Besonderheiten des Immobilienmarktes. Dieser sei – verglichen mit dem Aktienmarkt – weniger liquide. Auch während einer Rezession bleiben Mieteinnahmen weitgehend stabil, während Unternehmen bei Dividendenzahlungen durchaus Spielraum haben und diesen in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten auch nutzen und die Ausschüttung im schlimmsten Fall sogar ausfallen kann. Neben der verhältnismäßig hohen Krisenresistenz haben Immobilien laut Schularick aber noch einen weiteren Vorteil: „Es gibt eine Reihe an staatlichen Anreizen, Immobilien zu erwerben“, erklärt der Experte. Neben staatlichen Förderungen für die eigene Wohnimmobilie gebe es eine Reihe weitere staatliche Zulagen oder steuerlicher Vorteile für Immobilienbesitzer.

Quelle: https://www.anlegen-in-immobilien.de/unterschaetzte-geldanlage-warum-immobilieninvestments-sogar-aktien-den-rang-ablaufen/